Öl-Brennwertgeräte

Öl-Brennwertgeräte2019-01-09T15:27:27+00:00

Öl-Brennwertgeräte

Auch Öl-Brennwertkessel nutzen die im Abgas enthaltene Kondensationswärme, indem die Abgase an einem Wärmetauscher vorbeigeführt werden. Der kühlt das Abgas so weit ab, dass der darin enthaltene Wasserdampf kondensiert. Bei anderen Modellen findet die Kondensation direkt im Kessel statt. Bei beiden Methoden wird zusätzliche Wärme frei, die das Heizwasser oder die Verbrennungsluft des Geräts erwärmt. Gegenüber der Standardvariante, Ölkesseln mit Niedertemperaturtechnik, können dadurch bis zu zehn Prozent Energie gespart werden.

In der Praxis nutzen Öl-Brennwertkessel die im Heizöl enthaltene Energiemenge genauso effektiv wie Gasgeräte die im Erdgas enthaltene Energie. Das Abgas muss dazu allerdings noch weiter, nämlich auf 47 Grad Celsius herunter gekühlt werden. Empfehlenswert ist es, den Kessel mit einer Fußboden- oder Wandheizung zu betreiben. Bei Neubauten ist die Kombination mit einer Solaranlage oder eine entsprechende Gebäudedämmung auch hier Pflicht.

Weil in leichtem Heizöl in Standardqualität rund zwei Drittel mehr Schwefel enthalten sind als in Erdgas, müssen Öl-Brennwertkessel aus besonders widerstandsfähigem Material produziert werden. Sonst würde Schwefelsäure den Brennraum zersetzen. Außerdem muss belastetes Kondensat in einem Neutralisationsbehälter unschädlich gemacht werden, bevor es ins Abwasser eingeleitet wird. Wer schwefelarmes Heizöl verfeuert, vermeidet diese Probleme. Das senkt auch den Wartungsbedarf.

Doppelwandiges Luft-Abgas-System

Wandgeräte mit Öl-Brennwerttechnik sind etwa so groß wie ein Kühlschrank. Ein traditioneller Schornstein ist nicht notwendig. Die meisten Kessel bekommen mittels eines doppelwandigen Luft-Abgas-Systems Frischluft und entsorgen darüber gleichzeitig das Abgas. Solche Geräte lassen sich ohne Probleme in einem Nebenraum unterbringen oder unter dem Dach montieren.

Ein Unterschied zu Gas-Brennwertgeräten besteht bei den Brennern: Gas kann in der Leistung stufenlos geregelt werden und passt sich so dem Wärmebedarf eines Hauses leicht an. Öl-Brennwertkessel verfügen nur über ein oder zwei Leistungsstufen. Die kleinere beträgt etwa sieben Kilowatt. Das reicht, um ein Niedrigenergiehaus im tiefsten Winter zu beheizen. In der Übergangszeit schaltet der Kessel deshalb häufig ein und aus, was höhere Schadstoffwerte und mehr Lärm produziert. Wichtig ist deshalb, die Leistung des Brenners optimal auf den Wärmebedarf des Hauses abzustimmen.

Voraussetzungen für die Umrüstung bestehender Heizungsanlagen

Bei Neuerrichtungen von Heizanlagen wird heute grundsätzlich die Brennwerttechnik (auch genannt Niedertemperaturtechnik) eingesetzt. Aber auch Besitzer einer bestehenden herkömmlichen Anlage müssen nicht auf den Komfort moderner Technik verzichten. Prinzipiell ist jede „alte“ Anlage auf den Einsatz von Brennwerttechnik umrüstbar. Hierbei gilt es jedoch einige grundlegende Dinge zu berücksichtigen.

Worauf geachtet werden sollte

  • Ableitungsrohre
    Um durchfeuchtete Schornsteine und eventuelle damit einhergehende Schäden am Mauerwerk nach der Umrüstung auf Brennwerttechnik zu vermeiden ist eine druckdichte und korrosionsbeständige Abgasleitung unabdingbar. Das kann durch den Einbau eines geeigneten Ableitungsrohres in den vorhandenen Schornstein gewährleistet werden.
  • Kondensatableitung
    Auch die Ableitung des leicht sauren bis sauren Kondensates muss besonders berücksichtigt werden, da einige Anlagen der Neutralisationspflicht unterliegen. Dies kann problemlos durch die Integration einer Neutralisationseinrichtung realisiert werden.
  • Werkstoffe
    Dieser muss im Innenraum der Anlage der dauerhaften Berührung mit dem entstehenden Kondenswasser standhalten. Hierfür sind wahlweise geeignete Materialien auf dem Markt.